Neubau eines Einfamilienhauses

Artikel in "stylus 1/2015": Alles andere als "Schwarz-Weiß"

Der minimalistische Bauhaus-Stil hat es in sich

Das Gebäude besticht mit durchdachten Details und einer herausragenden Energiebilanz. Der Flachdachbau grenzt sich deutlich von der 70er-Jahre-Anmutung der umgebenden Häuser ab und wird so zu einem echten Hingucker.

Flachdachhäuser aus den 70er-Jahren grenzen an das 810 Quadratmeter große Grundstück in Münster-Mecklenbeck, umgeben von
traditionellen Gebäuden mit Satteldach. Wo einst ebenfalls ein altes Wohnhaus stand, erhebt sich nun ein Neubau mit 230 Quadratmetern Wohnfläche, der trotz seiner klaren Formensprache aus jeder Perspektive überraschend anders wirkt. Dahinter steckt ein architektonisches Konzept, das verschiedene Baukörper harmonisch sowie dynamisch anordnet und zugleich durch ihre Materialien einzeln betont.

Verschachtelte Minimalistik im Außenbereich

Zwei gegeneinander versetzte L-förmige Baukörper charakterisieren das Erdgeschoss – mit großer Offenheit zur Gebäuderückseite bei gleichzeitigem Schutz von Privatsphäre und gegen Lärm zur Straßenseite. Langformatiger, anthrazitfarbener Klinker mit Grau- und Braunanteilen ziert das gesamte Erdgeschoss – mit Ausnahme des Eingangsbereiches samt Garage. Dieser weiß verputzte Bereich wird durch den Farbkontrast und das Zurückspringen stark betont – auch in seiner horizontalen Ausrichtung. Die zwei ineinander verschachtelten Kuben des Obergeschosses wirken dagegen geradezu schwebend. „Dazu tragen unter anderem die farblich angepassten durchlaufenen Attikableche bei, die das Obergeschoss wie sanft aufgesetzt wirken lassen“, erläutert Architekt Oliver Spiekermann. Die Anbringung dieser Bleche war nur dank der präzisen Ausführung des Rohbaus durch das Bauunternehmen Johann Vögeler aus Beelen möglich – ein Partner, auf den die Architekten sich wegen seiner Zuverlässigkeit und regionalen Nähe gerne verlassen. Die anspruchsvolle Architektur und das hochwertige Verblendmauerwerk im schlanken, länglichen Modulformat wurden mit handwerklicher Qualität umgesetzt. Unterschiedlichste Bauprojekte aus der nunmehr 85-jährigen Firmenhistorie zeugen von hohem Standard und Kundenzufriedenheit.

Purismus im Innenbereich

Als Pendant zum Erdgeschoss sind die Kuben des Obergeschosses in Schwarz und Weiß gehalten – anthrazitfarbene Faserzementplatten und weißer Putz. Mit dieser Gestaltung der Fassaden brachten die Architekten gleich zwei Anforderungen unter einen Hut:
Einerseits definieren sie mit den unterschiedlichen Materialien die verschiedenen Wohnbereiche, andererseits sorgen sie für eine optimale Energiebilanz des Hauses (Jahres-Primärenergiebedarf: 49 kWh pro Quadratmeter). Malermeister Georg Witte sorgte für eine optimale Verbindung der verputzten Flächen im Wärmedämmverbundsystem mit den verklinkerten und mit Faserzementplatten verkleideten Baukörpern.
Dieser moderne Anspruch findet sich im puristischen Inneren des Einfamilienhauses wieder: Sämtliche Innenräume wurden weiß verputzt und bestechen mit klaren Linien und Strukturen. Während im Erdgeschoss Büro, WC, Flur, Wohnen, Essen, Kochen, Bad sowie das Schlafzimmer der Eltern untergebracht sind, sind die beiden Kuben im Obergeschoss den Kinderzimmern samt Bad und Abstellraum vorbehalten. Eine minimalistische, geschlossene Treppe mit Holz-Trittflächen verbindet beide Geschosse. Der Koch-, Ess- und Wohnbereich ist ein großer, offener Lebensraum; die fließend ineinander übergehenden Einheiten werden durch einen zu beiden Seiten offenen Kamin optisch voneinander getrennt. Hochwertige Türen trennen die Rückzugsräume davon ab.

Detaillösungen mit Charme

Was puristisch wirkt, ist oft alles andere als einfach - eine der Herausforderungen bei der Umsetzung von Bauherrenwünschen. So wurden auch für das Einfamilienhaus in Münster-Mecklenbeck zahlreiche Individuallösungen entwickelt, wie beispielsweise die von Oberzaucher Parkett- und Fußbodentechnik gelieferten und verlegten Eiche-Landhausdielen. Das im ganzen Haus – außer in den Nassbereichen – verwendete Material wurde angeräuchert, gebürstet und mit einem weißpigmentierten Öl oberflächenbehandelt, um eine noch hellere Optik zu erzeugen.
Die ebenfalls aus dem Hause Oberzaucher stammende Treppe wurde optisch an diese Dielen angepasst. Auch die Garagentore fallen auf: In beiden Fällen handelt es sich um mit anthrazitfarbenen Faserzementplatten verkleidete Sektionaltore, von denen das zum Garten liegende sich jedoch nicht unter die Decke, sondern als Seitensektionaltor an der Wand entlang öffnet. Die perfekte Verbindung aus Bauherren-Anforderungen, Ästhetik und Funktionalität.

 

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